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Solarenergie-Geschäftsklima auf Allzeithoch - Verbände fordern Abbau von Hemmnissen

Berlin, München - In dieser Woche findet in München vom 11.05.2022 bis 13.05.2022 im Rahmen der The smarter E Europe auch die Fachmesse Intersolar Europe statt. Im Vergleich zu vergangenen Veranstaltungen befindet sich die Branche derzeit in einem Stimmungshoch. Als Herausforderung erweisen sich allerdings die Ausbaupläne der Bundesregierung.

Die Bundesregierung möchte die installierte Photovoltaikkapazität von derzeit knapp über 60 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2030 auf mindestens 215 GW und bis 2040 auf mindestens 400 GW erhöhen. Angesichts der ambitionierten Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der Solarenergie fordern der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und der Bundesverband der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) die Anpassung der Rahmenbedingungen und Beseitigung bestehender Hemmnisse.

Stimmung in der Solarbranche erreicht bislang höchsten Wert
Seit 2005 erfasst der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) die Stimmung in der Deutschen Solarbranche. So gut wie in diesem Jahr war die Stimmung innerhalb der Solarbranche in Deutschland nach BSW-Angaben allerdings noch nie.

Gestützt wird die gute Stimmung durch die Pläne von Hauseigentümern und Wirtschaft in eigene Solaranlagen zu investieren. So plant nach einer aktuellen YouGov-Repräsentativumfrage, die im BSW-Auftrag Anfang Mai unter mehr als 1.000 Gebäudeeigentümern durchgeführt wurde, fast jeder sechste Hauseigentümer in Deutschland in den kommenden 12 Monaten die Errichtung einer Solaranlage zur Strom- und/oder Wärmeerzeugung. Die wichtigsten Gründe, die für das sprunghaft gestiegene Interesse genannt werden, sind steigende Energiepreise (55 Prozent), der Wunsch nach mehr Versorgungsunabhängigkeit (52 Prozent) und die Klimakrise (44 Prozent).

Auch bei Unternehmen ist das Interesse an der Solartechnik deutlich gestiegen, wie eine weitere, im Januar im Auftrag des BSW durchgeführte YouGov-Umfrage unter mehr als 500 Entscheidern zeigt. Demnach planen 22 Prozent der Unternehmen in den kommenden drei Jahren die Errichtung einer PV-Anlage auf ihrem Firmendach. Besonders hoch ist das Interesse an einer eigenen Solarstromernte bei Landwirten. Finden sich bundesweit inzwischen bereits auf jedem zehnten Firmendach Solarzellen, so verfügen bereits 60 Prozent der landwirtschaftlichen Vollerwerbsgehöfte über eine Solaranlage.

„Die Solarbranche investiert derzeit massiv in den Ausbau neuer Fertigungskapazitäten und die Einstellung neuer Fachkräfte. Die Solarunternehmen tun dies im Vertrauen darauf, dass die Bundespolitik ihr Vorhaben umsetzen wird, verbliebene Investitionsbarrieren nunmehr schnell abzubauen“, erwartet BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig nach der Anhebung der Ausbauziele weitere Schritte von der Bundesregierung.

BDEW fordert Schaffung klarer und zukunftsgerichteter Rahmenbedingungen
Auch der der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) setzt auf eine deutliche Beschleunigung des Ausbautempos bei der Photovoltaik in Deutschland. „Die Messe ist eine wertvolle Plattform für den wichtigen Austausch innerhalb der Branche. Mich beeindruckt immer wieder, mit welch großem Engagement die Solarwirtschaft ihre bedeutende Rolle bei der Erreichung der Klimaziele erfüllt“, so die Vorsitzende der BDEW Hauptgeschäftsführung Kerstin Andreae.

Vor dem Hintergrund der Ziele der Bundesregierung, die installierte PV-Leistung in Deutschland bis 2030 auf 215 Gigawatt (GW) auszubauen und der daraus resultierenden jährlichen durchschnittlichen Zubauleistung von 22 GW fordert der BDEW einen echten PV-Boom.

„Die Politik muss jetzt bestehende Hemmnisse schnell ausräumen, Planungs- und Genehmigungsprozesse beschleunigen und klare, zukunftsgerichtete Rahmenbedingungen schaffen, die die notwendigen Investitionen ermöglichen. Im Osterpaket sind erste Weichen gestellt, es braucht aber mehr, um den benötigten massiven PV-Ausbau zu entfesseln“, so Andreae.

Ein Bremsklotz sei nach wie vor die Genehmigung von Flächen. So werde die Errichtung von PV-Anlagen häufig auf Länderebene pauschal ausgeschlossen - beispielsweise in Landschaftsschutzgebieten. „Dieser europarechtlich nicht geforderte, pauschale Ausschluss muss begrenzt werden, wenn wir die Ausbauziele erreichen wollen. Außerdem müssen die so genannten benachteiligten Gebiete, die für die Landwirtschaft kaum Erträge liefern, zügig in allen Bundesländern für die Nutzung von PV geöffnet werden“, so Andreae. Flächenkonkurrenzen könnten auch durch innovative Anlagen wie Agri-PV oder schwimmende PV-Anlagen reduziert werden. Sie müssten stärker in den Fokus genommen werden.


© IWR, 2022


13.05.2022

 



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