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Pinkwart plant neue Energie- und Klimaagentur – massiver Jobverlust bei der Energieagentur.NRW?

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalen will eine neue landeseigene Energie- und Klimaagentur aufbauen. Dies hat NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) überraschend am Dienstag (29.09.2020) angekündigt. Dabei gibt es bereits die Energieagentur.NRW mit rd. 160 Mitarbeitern.

Das Land NRW will in Zukunft die bisherigen Initiativen im Bereich Klimaschutz und Energie unter dem Dach einer neuen Energie- und Klimaagentur bündeln. Der Name der seit 1990 bestehenden Energieagentur.NRW wird in der Pressemitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums nicht mehr erwähnt.

NRW plant Novelle des Klimaschutzgesetzes - organisatorischer Umbau
Die NRW-Landesregierung plant für den Herbst mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes NRW weitere ehrgeizige Klimaziele. So sollen die CO2-Emissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent reduziert werden, teilte das NRW-Wirtschaftsministerium mit. Bis 2050 sollen sich die verschiedenen Sektoren danach weitgehend klimaneutral entwickeln. Dazu sind allerdings erhebliche Investitionen und der Umbau des Energiesystems erforderlich. Durch verschiedene Programme (u.a. Green Deal, Strukturstärkungsmittel) stehen zwar grundsätzlich erhebliche Mittel zur Verfügung, diese müssen aber für das Land eingeworben werden, so das NRW-Wirtschaftsministerium.

IN4climate.NRW GmbH: Umwandlung zur Energie- und Klimaagentur - Treibhausgasemissionen im Fokus
Die Gründung der IN4climate.NRW GmbH als Plattform für die Umsetzung einer klimaneutralen Industrie erfolgte schon 2018. Parallel dazu hat die NRW-Landesregierung im Jahr 2020 eine Initiative für mehr Erneuerbare Energien auf landeseigenen Liegenschaften gestartet und eine Geschäftsstelle für die Umsetzung eingerichtet. In Zukunft will NRW die Kräfte bündeln und mit der neuen Energie- und Klimaagentur „konsequent auf die Minderung von Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Stärkung des Industrie- und Dienstleistungsstandortes Nordrhein-Westfalen abzielen.“ Die Umwandlung und Erweiterung zur Energie- und Klimaagentur soll umgehend erfolgen, die Grundfinanzierung erfolgt aus NRW-Landesmitteln und wächst laut Ministerium in den kommenden Jahren auf jährlich 17 Millionen Euro an. Hinzu kommen Mittel, die aus nationalen und internationalen Programmen für Nordrhein-Westfalen eingeworben werden.

Was passiert mit der Energieagentur.NRW – droht ein massiver Stellenabbau?
Seit 1990 ist die Energieagentur.NRW mit rd. 160 Mitarbeitern das Rückgrat des Landes Nordrhein-Westfalen in Energie- und Klimaschutzfragen, zuletzt organisiert in einer eigenen Gesellschaft „EnergieAgentur.NRW GmbH“. Die neue Energie- und Klimaagentur, die in einer neuen Landesgesellschaft zum Jahresbeginn 2022 startet, soll laut einem Bericht des WDR mit mehr Zuständigkeiten nur noch 100 Leute beschäftigen. Auf der Webseite der IN4climate.NRW GmbH werden aktuell bereits rd. 20 Mitarbeiter/innen bzw. Mitwirkende aufgeführt, sodass rein rechnerisch nur noch Stellen für 80 weitere Mitarbeiter/innen zur Verfügung stehen. Damit könnte schon bald jeder zweite Arbeitsplatz in der Energieagentur.NRW ersatzlos wegfallen.

© IWR, 2020


01.10.2020

 



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