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RWE stellt Megabatterie an Standorten in Lingen und Werne fertig

Essen - Batteriespeicher sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Sie speichern Energie, wenn ein Überangebot an Strom aus erneuerbaren Energien vorliegt und stellen den Strom wieder zur Verfügung, wenn die Energie gebraucht wird. Der Energiekonzern RWE ist beim Bau seiner ersten Megabatterie jetzt auf die Zielgerade gebogen.

RWE plant bis zum Jahr 2030 weltweit den Bau von Batteriespeichern mit einer Kapazität von 3.000 Megawatt (3 Gigawatt). In Deutschland hat der Energiekonzern jetzt an zwei Standorten in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein Rekordbatteriesystem installiert. Die fertiggestellten Batteriespeicher und die RWE Wasserkraftwerke an der Mosel sollen künftig im Verbund arbeiten und dabei helfen, das Stromnetz zu stabilisieren.

Mega-Batteriespeicher aktuell im Probebetrieb - Aufnahme des kommerziellen Betriebs steht bevor
RWE hat ein riesiges Batteriesystem mit einer Gesamtleistung von 117 Megawatt (128 Megawattstunden, MWh) errichtet, das sekundenschnell für rund eine Stunde die ausgelegte Leistung bereitstellen kann. Insgesamt 420 Module mit Lithium-Ionen-Batterien verteilen sich auf die Kraftwerksstandorte Lingen (Niedersachsen, 49 MWh) und Werne (Nordrhein-Westfalen, 79 MWh). Den Systemteil in Lingen hat RWE jetzt im Beisein von Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Christian Meyer eingeweiht.

Der neue Batteriespeicher von RWE wird virtuell mit den Laufwasserkraftwerken von RWE entlang der Mosel gekoppelt. Durch gezieltes Hoch- bzw. Herunterregeln der Durchflussmenge an den Wasserkraftanlagen kann RWE so zusätzliche Leistung als Regelenergie bereitstellen. Dadurch steigt die zur Netzstabilisierung nutzbare Gesamtleistung des Systems nach Angaben von RWE um bis zu 15 Prozent. Das Investitionsvolumen für die Megabatterie gibt RWE mit rund 50 Millionen Euro an (Mio. Euro). Durch die Errichtung des Systems auf Flächen an bestehenden Kraftwerksstandorten können die Batterien Strom über bestehende Netzinfrastruktur ein- und ausspeisen.

Der Batteriespeicher hat bereits Strom ins Netz eingespeist und befindet sich aktuell im Probebetrieb. Der kommerzielle Betrieb soll in den nächsten Tagen anlaufen. Tests der von RWE entwickelten Software für die intelligente Kopplung mit den Moselkraftwerken sind nach RWE-Angaben erfolgreich verlaufen.

„Mit dem zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren Energien braucht es in Deutschland innovative Speicherlösungen im industriellen Maßstab, die einspringen, wenn Wind und Sonne gerade nicht liefern. Was Größe und Technik betrifft setzen wir mit unserer Megabatterie hierzulande Maßstäbe“, begrüßt Roger Miesen, Vorstandsvorsitzender der RWE Generation die Fertiggestellung des Projektes.

Geschäftsfeld Batteriespeicher bei RWE wächst schnell
RWE betreibt aktuell Batteriespeicherprojekte mit einer installierten Leistung von rund 270 MW (280 MWh) und setzt weltweit Batteriespeicherprojekte mit einer Leistung von mehr als 700 MW (1700 Megawattstunden) um. Ziel des Energiekonzerns ist es, weltweit bis 2030 drei 3.000 MW (3 GW) an Batteriespeichern zu bauen.

In Deutschland hat RWE Ende 2022 die Investitionsentscheidung für ein 220 MW-Batteriespeicherprojekt (235 MWh) mit virtueller Steuerung in Neurath und Hamm getroffen, eine Solaranlage mit integriertem Batteriespeicher im Braunkohlentagebau Inden in Betrieb genommen und errichtet zwei vergleichbare Anlagen im Tagebau Garzweiler.

In anderen Projekten setzt RWE Speicher aus gebrauchten Elektroauto-Batterien (Second Life) oder Flüssigbatterien (Redox-Flow Systeme) ein. Zudem bietet RWE auf der Basis des Konzern Know-hows in den Bereichen Energiehandel und innovative Speichersysteme maßgeschneiderte und innovative Lösungen für Industriekunden an.


© IWR, 2023


10.01.2023

 



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