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Veranstaltungsreihe Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft: Nachhaltige Nutzung von Biomasse im Fokus

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Eckernförde - In Eckernförde stand kürzlich im Rahmen der Veranstaltungsreihe Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft der Termin „Nachhaltige Nutzung von Biomasse“ mit Vorträgen und Diskussion inkl. Exkursion auf der Agenda.

60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dazu ins Technik- und Ökologiezentrum TÖZ in Eckernförde gekommen. Während der Veranstaltung ging es u.a. um die Frage, wie nachhaltig es ist, Energie aus Biomasse zu nutzen?

Die Veranstaltung begann mit der Exkursion zum Gut Marienthal in Goosefeld bei Eckernförde, auf dem Philip Klagges eine Biogasanlage betreibt. Dabei dient Stroh als pflanzliches Substrat, das durch Thermodruckhydrolyse aufgeschlossen und mit Schweinegülle und Hühnertrockenkot vermischt wird. Klagges versorgt einen nahe gelegenen Stadtteil mit seiner Wärme und stellt Biomethan her.

„In Schleswig-Holstein gibt es große Potenziale vielfältiger Biomasse einschließlich Rest- und Abfallstoffen, die wir nutzen könnten, um fossile Ressourcen einzusparen“, erklärte Bernd Maier-Staud, am schleswig-holsteinischen Energiewende-Ministerium zuständig für die Themen Klimaschutz und Bioökonomie, zur Einleitung der anschließenden Vortragsveranstaltung. Maier-Staud verwies auf die kürzlich veröffentlichten Eckpunkte der Nationalen Biomasse-Strategie der Bundesregierung (NABIS) und wies auf die wichtige Rolle von Biogas-Anlagen für die Energieversorgung und das Nährstoff-Management auf landwirtschaftlichen Betrieben hin. Die Herstellung von Biomethan könne die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Mobilität voranbringen, betonte Maier-Staud.

Prof. Dr. Hinrich Uellendahl von der Hochschule Flensburg verwies auf die besondere Bedeutung von Biogas in der Energiekrise. Die gasbasierte Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken könne zu nahezu 100 Prozent durch Biomethan ersetzt werden. Biogasanlagen könnten zudem wesentlich zur Reduktion von Treibhausgasen durch die Nutzung von Gülle beitragen, da hierdurch die Emissionen von Methan und Lachgas der Rohgülle vermieden werden könnten. Für eine nachhaltige Landwirtschaft sei außerdem bedeutsam, dass Nährstoffe aus der vergorenen Gülle - also Gärreste aus der Biogasanlage - besser für Pflanzen verfügbar seien.

Uellendahl stellte auch ein Forschungsprojekt vor, bei dem die Umstellung von Biogasanlagen auf den Betrieb mit Reststoffen optimiert wird. Außerdem wird die Kombination von Biomethan-Aufbereitung mit einer Elektrolyse-Anlage untersucht, um den Wasserstoff aus der Elektrolyse zur Methanisierung von CO2 einzusetzen.

Die Veranstaltungsreihe „Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft“ wird organisiert vom Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz EEK.SH, der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien EE.SH, der Investitionsbank Schleswig-Holstein IB.SH, der Kieler Wirtschaftsförderung KiWi, der Wirtschaftsförderagentur Kreis Plön und der Wirtschaftsförderung Kreis Rendsburg-Eckernförde. Vorgestellt werden sowohl Forschungsergebnisse als auch wirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten.

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21.11.2022