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EBITDA steigt deutlich: PNE AG mit starkem Halbjahr - doch potenzielle Investoren zögern beim Einstieg

Cuxhaven – Die PNE AG verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 einen deutlichen Ergebnisanstieg bei zahlreichen Projektverkäufen, während der selbst angestoßene Prozess zur Suche eines Investors für das Gesamtunternehmen bislang ohne Ergebnis bleibt. Nach Einschätzung von PNE liegen die Preisvorstellungen möglicher Erwerber unterhalb des Börsenkursniveaus der PNE-Aktie.

Laut PNE CEO Heiko Wuttke kommt der erneuerbare Energien-Projektierer mit dem Kostenreduzierungsprogramm „Focus & Deliver" gut voran, das die Organisation auf das Kerngeschäft ausrichten und die Kostenbasis senken soll. Zugleich sieht Wuttke das Unternehmen ebenso wie die gesamte Windbranche derzeit auf einem von vielen Unsicherheiten geprägten Weg.

Normalised EBITDA steigt auf 27,4 Mio. Euro
Für das erste Halbjahr 2026 weist der Konzern eine Gesamtleistung von 123,3 Mio. Euro aus (Vorjahr: 173,8 Mio. Euro), bei Umsatzerlösen von 96,8 Mio. Euro (Vorjahr: 73,9 Mio. Euro). Das normalised EBITDA – das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen – stieg auf 27,4 Mio. Euro nach 4,7 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Betriebsergebnis (EBIT) drehte auf 8,5 Mio. Euro (Vorjahr: -14,4 Mio. Euro), das unverwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich auf -0,23 Euro (Vorjahr: -0,44 Euro).

„Wir haben in einem herausfordernden Marktumfeld wichtige operative Erfolge erzielt und gezeigt, dass hochwertige Wind- und Photovoltaikprojekte weiterhin nachgefragt werden", sagt CEO Heiko Wuttke. Für das Geschäftsjahr 2026 bestätigte PNE die Prognose eines normalised EBITDA von 110 bis 140 Mio. Euro.

Acht Projektverkäufe im ersten Halbjahr – weitere Verkäufe im August
Im ersten Halbjahr veräußerte PNE insgesamt acht Windenergie- und Photovoltaikprojekte mit einer Gesamtleistung von 163,2 MW. Am 5. August hat PNE zudem den Verkauf der beiden Repowering-Windparks „Wulfsdorf A" im Landkreis Ostholstein und „Kuhstedt III" im Landkreis Rotenburg (Wümme) an eine Gruppe privater Investoren gemeldet.
„Wulfsdorf A" verfügt über 24,4 MW und soll im Dezember 2026 in Betrieb genommen werden. „Kuhstedt III" kommt auf 20,6 MW und soll zum Jahreswechsel 2026/27 in Betrieb gehen. Das Betriebsmanagement beider Windparks übernimmt die zur PNE-Gruppe gehörende energy consult GmbH. „Beide Projekte zeigen, welchen Beitrag Repowering leisten kann: Wir nutzen bestehende Standorte effizienter, setzen moderne und leistungsstarke Anlagentechnik ein und erhöhen damit den Ertrag erneuerbarer Stromerzeugung", sagt COO Roland Stanze.

Weitere Verkäufe im laufenden Jahr betrafen unter anderem den Windpark „Romescamps" in Frankreich (10,8 MW), den Windpark „Bokel" in Deutschland (25,2 MW) sowie ein Windprojekt in Polen mit geplanten 72 MW und ein Photovoltaik-Projekt in Polen mit rund 40 MW.

Pipeline bleibt trotz Verkäufen stabil bei 21,7 GW
Die Gesamtpipeline der PNE-Gruppe lag zum 30. Juni 2026 bei 21,7 GW und damit nahezu auf dem Niveau von Ende 2025 (21,8 GW). Der Anteil der Windenergie an Land betrug 14,6 GW, die PV-Pipeline umfasste 7,1 GWp. In den drei Kernmärkten Deutschland, Frankreich und Polen liegt der Pipeline-Anteil bei rund 12 GW. In Deutschland befanden sich zum Ende des Berichtszeitraums acht Windparks mit 118,2 MW im Bau, davon vier Dienstleistungsprojekte mit 59,2 MW.

Das Eigenbetriebsportfolio erzeugte in den ersten sechs Monaten rund 408 GWh Strom – rund 42 GWh mehr als im Vorjahreszeitraum, bedingt durch bessere Windverhältnisse. Mit der Inbetriebnahme des Windparks „Gnutz Ost" wuchs das Portfolio auf 484 MW einschließlich des Holzheizkraftwerks „Silbitz". Im Dienstleistungsgeschäft stieg das betreute Auftragsvolumen im Betriebsmanagement gegenüber Ende 2025 von rund 3.103 MW auf rund 3.256 MW.

Investorensuche bleibt ungewiss
Parallel bleibt der von PNE initiierte strukturierte Prozess zur Suche eines Investors für den Erwerb von bis zu 100 Prozent der Aktien ohne Ergebnis: In einer Pflichtmitteilung nach Art. 17 der EU-Marktmissbrauchsverordnung vom 10. August 2026 erklärte PNE, das bislang erhaltene Marktinteresse deute darauf hin, dass die Preisvorstellungen etwaiger Erwerber unterhalb des damaligen Börsenkursniveaus der PNE-Aktie liegen.

Vor diesem Hintergrund sei aktuell unsicher, ob es zu einer Transaktion komme und wie deren Bedingungen aussehen würden. PNE kündigte an, den Markt über relevante weitere Entwicklungen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu informieren.

Die PNE-Aktie ist im August stark gefallen. Am 24. August markierte die PNE-Aktie auf Schlusskursbasis ein neues Jahres-Tief von 7,01 Euro (Börse Stuttgart). Marktbeobachter führen den Kursrückgang vor allem auf die Unsicherheit über den laufenden Investorenprozess zurück, nachdem PNE mitgeteilt hatte, dass die Preisvorstellungen potenzieller Erwerber unter dem damaligen Börsenkursniveau liegen.

© IWR, 2026


25.08.2026

 



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