Kurswechsel bei Ørsted: Dänischer Offshore-Windkonzern kehrt nach Kapitalerhöhung zur Dividende zurück – erste Ausschüttung 2027 geplant

Fredericia – Der dänische Offshore-Windkonzern Ørsted hat seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und zugleich einen Kurswechsel in seiner Dividendenpolitik angekündigt: Nach einer Phase der Kapitalstärkung kehrt das Unternehmen zu einer regelmäßigen Ausschüttung an seine Aktionäre zurück und sieht sich zugleich wieder in der Lage, neue Wachstumschancen im Offshore-Windmarkt zu verfolgen.
Die Ankündigung von Ørsted markiert einen strategischen Kurswechsel: Der Konzern hatte seine Kapitalstruktur im vergangenen Jahr mit einer Kapitalerhöhung gestärkt, nachdem sich die Lage am US-Offshore-Windmarkt spürbar eingetrübt hatte. Mit der nun angekündigten Rückkehr zur Ausschüttung von Dividenden will Ørsted nach eigenen Angaben finanzielle Stabilität und neue Wachstumschancen im Offshore-Windgeschäft künftig wieder miteinander verbinden.
EBITDA steigt um 8 Prozent auf 15,0 Milliarden Kronen
Der Aufsichtsrat von Ørsted hat den Halbjahresbericht für 2026 gebilligt und den Rahmen für die künftige Dividendenpolitik vorgestellt. Das bereinigte EBITDA (ohne neue Partnerschaften und Stornogebühren) lag im ersten Halbjahr 2026 bei 15,0 Milliarden dänischen Kronen (rund 2,0 Mrd. Euro) und damit 8 Prozent über dem Vorjahreswert von rund 13,9 Milliarden Kronen (rund 1,9 Mrd. Euro).
Das bereinigte Offshore-EBITDA stieg in den ersten sechs Monaten von Januar bis Juni auf 11,9 Milliarden Kronen (rund 1,6 Mrd. Euro) (Vorjahr: 10,3 Milliarden Kronen (rund 1,4 Mrd. Euro)). Zurückzuführen ist das Wachstum laut Ørsted vor allem auf ein besseres Windangebot und höhere Preise.
Der Nettogewinn sank im ersten Halbjahr auf 3,3 Milliarden Kronen (rund 0,4 Mrd. Euro), nach 8,2 Milliarden Kronen (rund 1,1 Mrd. Euro) im Vorjahreszeitraum. Ørsted begründet den Rückgang mit Veräußerungsgewinnen im Vorjahr sowie höheren Steuern und nicht zahlungswirksamen Wertminderungen im laufenden Jahr. Die Kapitalrendite (ROCE) lag mit 3,1 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert von 7,5 Prozent, was der Konzern vor allem auf ein höheres eingesetztes Kapital zurückführt.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Ørsted die Prognose eines bereinigten EBITDA von mehr als 28 Milliarden Kronen (rund 3,7 Mrd. Euro) sowie Bruttoinvestitionen zwischen 50 und 55 Milliarden Kronen (rund 6,7 bis 7,4 Mrd. Euro).
Zudem ist laut Ørsted ein Rechtsstreit um die frühere Elsam abgeschlossen: Ein dänisches Gericht entschied im Juni zugunsten des Konzerns in einer Schadenersatzklage wegen mutmaßlicher Wettbewerbsverstöße; die Kläger verzichteten anschließend auf Rechtsmittel.
Dividendenpolitik 2026 bis 2028: Ausschüttung startet moderat
Für das Geschäftsjahr 2026 will der Konzern erstmals wieder eine Dividende ausschütten. Die erste Auszahlung ist für 2027 vorgesehen. Die konkrete Höhe soll erst mit dem Jahresbericht 2026 bekanntgegeben werden. Ørsted zufolge soll die Ausschüttung zunächst auf moderatem Niveau starten und bis 2028 schrittweise steigen. Im Fokus stehe dabei eher Ertragswachstum als eine höhere Dividendenrendite.
"Mit den Maßnahmen der vergangenen 18 Monate verfügen wir über die notwendige Robustheit, um neue, wertschöpfende Chancen im Offshore-Windbereich zu verfolgen und gleichzeitig wie geplant eine Dividendenausschüttung an unsere Aktionäre wiederaufzunehmen", erklärte der Ørsted-Vorstandsvorsitzende (CEO) Rasmus Errboe.
Hornsea 3: Bau des Rekord-Offshore-Windparks im Zeitplan
Ørsted meldete zudem Fortschritte beim Bau seines aktuellen Projektportfolios auf drei Kontinenten. Sämtliche Bauprojekte lägen im Zeitplan und im vorgesehenen Kostenrahmen – darunter auch der Rekord-Offshore-Windpark Hornsea 3 vor der britischen Küste mit einer Leistung von 2.900 MW. Errboe zeigte sich mit dem im vergangenen Quartal erreichten Baufortschritt sehr zufrieden.
Ørsted verfügt nach eigenen Angaben derzeit über eine installierte Offshore-Kapazität von 10,2 Gigawatt. Weitere 8,1 Gigawatt befinden sich im Bau. Über Europa, den asiatisch-pazifischen Raum und Nordamerika hinweg summiert sich die installierte Leistung in den Bereichen Wind, Solar, Speicher und Bioenergie auf mehr als 18 Gigawatt.
Ørsted-Aktie: Kurs seit Jahresbeginn um 14,5 Prozent gestiegen
Die im regenerativen Aktienindex RENIXX-World gelistete Ørsted-Aktie notiert im heutigen Handel am frühen Nachmittag bei 18,48 Euro (14:32 Uhr, 14.08.2026, Börse Stuttgart). Das ist gegenüber dem Vortag ein Rückgang von 3,3 Prozent. Gegenüber dem Jahreswechsel ist der Kurs dennoch deutlich um rund 14,5 Prozent gestiegen (Schlusskurs 30.12.2025: 16,14 Euro).
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14.08.2026