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Nordex steigert Auftragseingang kräftig: Türkei, Deutschland und USA treiben das Geschäft

Hamburg – Der Onshore-Windturbinenhersteller Nordex hat im dritten Quartal 2026 mehr neue Projektaufträge verbucht als im Vorjahresquartal. Die stärksten Einzelmärkte waren die Türkei, Deutschland und die USA.

Europas Windmarkt steuert laut WindEurope auf ein Rekordjahr zu: Im ersten Halbjahr 2026 wurden 8,8 GW Windleistung neu installiert, 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet der Verband rund 24 GW. Auch der US-Windmarkt wächst laut Wood Mackenzie weiter, trotz Verzögerungen bei Genehmigungen durch das Pentagon.

Nordex-Auftragseingang: 2.810 MW im dritten Quartal, 7.733 MW nach neun Monaten
Nordex verzeichnete von Juli bis September 2026 einen Auftragseingang von insgesamt 2.810 MW. Im dritten Quartal 2025 waren es 2.170 MW. Damit stieg das Volumen im Jahresvergleich um 29,5 Prozent. Die Aufträge umfassen 427 Windenergieanlagen für Projekte in zehn Ländern. In den ersten neun Monaten des Jahres summierte sich der Auftragseingang auf 7.733 MW. Gegenüber den 6.661 MW im Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von 16,1 Prozent.

Der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt Leistung lag im dritten Quartal bei 0,90 Millionen Euro, nach 0,93 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Für die ersten neun Monate ergibt sich ein Wert von 0,93 Millionen Euro je MW, verglichen mit 0,92 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Nordex führt die Veränderungen in erster Linie auf die Größe der Projekte und den regionalen Auftragsmix zurück. Insgesamt verweist das Unternehmen auf ein stabiles Preisumfeld.

Türkei im dritten Quartal wichtigster Markt für Nordex
Die Türkei war im dritten Quartal mit einem Auftragsvolumen von mehr als 900 MW der stärkste Einzelmarkt für Nordex. Das Unternehmen ist dort seit Jahren präsent und kommt nach eigenen Angaben auf einen kumulierten Marktanteil von 34 Prozent (Stand August 2026).

Auch Deutschland und die USA trugen wesentlich zum Auftragseingang bei. In den Vereinigten Staaten hat Nordex seit Jahresbeginn Aufträge über mehr als 1,3 GW verbucht.

Nordex-Vorstandschef José Luis Blanco erklärte: „Unser Auftragseingang wird zunehmend internationaler, und das dritte Quartal bestätigt diese Entwicklung.” Er erwartet, dass der internationale Anteil weiter wächst, wenn Nordex die Pipeline in den kommenden Quartalen in Aufträge umsetzt; in Europa und Deutschland bleibt der Auftragseingang nach seinen Angaben weiterhin stark.

Türkei: Rekordzubau 2025, Ziel von 120 GW Wind und Solar bis 2035
Die Türkei verfolgt langfristig ambitionierte Ausbauziele für erneuerbare Energien. Nach dem Herbstbericht von WindEurope wurden in der Türkei im ersten Halbjahr 2026 Onshore-Windenergieanlagen mit 297 MW installiert, die Gesamtleistung lag Ende Juni bei 16.232 MW. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verband weitere 1,6 GW, womit sich für 2026 rund 1,9 GW ergeben. 2025 lag der Zubau laut dem Windenergieverband TÜREB mit 2.141 MW auf einem Rekordwert. Bis 2035 sollen Wind und Solar zusammen auf 120.000 MW wachsen. Für die Windenergie sieht das Energieministerium im selben Zeitraum laut TÜREB-Präsident Ibrahim Erden jährlich 2.000 bis 2.500 MW an Kapazitätszuteilungen vor. Das seit Juli 2025 geltende „Super Permit”-Gesetz soll die Genehmigungsverfahren für Erneuerbaren-Projekte verkürzen.

USA: Windmarkt wächst trotz Gegenwind – ACP sieht mehr als 250 Projekte beim Pentagon stocken
Auch in den USA wird mit einem weiteren Ausbau der Windenergie gerechnet. Die USA installierten 2025 laut Global Wind Energy Council (GWEC) 6,9 GW Windleistung und verzeichneten damit den zweithöchsten Zubau weltweit hinter China. Wood Mackenzie hebt im jüngsten Marktbericht seinen Ausblick auf mehr als 53 GW bis 2030 an, einschließlich Offshore und Repowering, und begründet die hohe Bautätigkeit mit der Frist für Steuergutschriften. Gegenwind kommt laut ACP vom Pentagon: Anfang Mai stockten nach Angaben des Verbands die Prüfungen von mehr als 250 Onshore-Projekten auf privatem Grund mit zusammen mindestens 30 GW. Das Pentagon erklärte, es prüfe die Projekte aktiv. Wood-Mackenzie-Analyst Diego Espinosa sagte in einem früheren Marktbericht: „Trotz des aktuellen Gegenwinds bleiben die Fundamentaldaten für das Wachstum der US-Windkraft überzeugend.”

Nordex-Aktie am Tag der Auftragszahlen im Plus
Die im RENIXX World gelistete Nordex-Aktie notierte am Montag (12. Oktober) um 15:01 Uhr im Handel an der Börse Stuttgart bei 36,40 Euro und damit 2,4 Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag (35,56 Euro). Gegenüber dem Schlusskurs zum Jahreswechsel (29,18 Euro am 30.12.2025) entspricht das einem Plus von 24,7 Prozent. Das bisherige Jahreshoch erreichte die Aktie am 27. April 2026 bei 51,20 Euro.


© IWR, 2026


12.10.2026

 



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