EDF Renewables, Korea Western Power und Masdar: Vereinigte Arabische Emirate bauen 1,5 GW Solarkraftwerk Al Ajban
Um die hohe Stromnachfrage zu decken, setzen die sieben Emirate der Vereinigten Arabischen Emirate auch auf die Solarenergie. So will das öl- und gasreiche Emirat Abu Dhabi bis 2030 mehr als 50 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien und "sauberen" Energien decken. Jetzt hat die staatliche Emirates Water and Electricity Company (EWEC) den Zuschlag für das neue 1,5 GW (1.500 MW) Solarkraftwerk Al Ajban (AC) bekannt gegeben.
Der Auftrag für die Entwicklung des Solarkraftwerks im Emirat Abu Dhabi wurde an ein Konsortium vergeben, das aus EDF Renewables, Korea Western Power Company (Kowepo) sowie dem lokalen, staatlichen Anteilseigner Masdar (Abu Dhabi Future Energy Company) besteht. Das Solarkraftwerk in Al Ajban entsteht 70 km nordöstlich von Abu Dhabi und soll im dritten Quartal 2026 in Betrieb gehen.
Nach Fertigstellung des Solarkraftwerks sind - bezogen auf einen Einzelstandort - vier der weltweit größten Solarkraftwerke in den Vereinigten Arabischen Emiraten, davon drei im Emirat Abu Dhabi. Zu den großen Solarkraftwerken allein im Emirat Abu Dhabi zählen dann neben Al Ajban (1,5 GW) die Solarkraftwerke Al Khazna (1,5 GW), Noor Abu Dhabi (1,2 GW) und Al Dhafra (2 GW).
Der Strombedarf in den Vereinigten Arabischen Emiraten basierte bisher vor allem auf dem Einsatz von Gaskraftwerken. Zuletzt wurde das ursprünglich als Dual-Fuel-Kraftwerk (Kohle und Erdgas) konzipierte Kraftwerk Hassyan mit 2,4 GW (4 Einheiten a 600 MW) im Emirat Dubai vollständig auf Erdgas umgerüstet. Aktuell sieht der Chef der EWEC, Othman Juma Al Ali, allerdings einen Bedarf von weiteren Gaskraftwerken mit einer Leistung von insgesamt 5,1 GW.
Das Emirat Abu Dhabi hat die Abhängigkeit vom Gas durch Kraftwerks-Diversifizierung reduziert. Derzeit besteht der Kraftwerks-Mix des Emirats laut EWEC zu 50 Prozent aus Gaskraftwerken, die andere Hälfte setzt sich aus 2,5 bis 3 GW Solarenergie sowie 5,6 GW Kernenergie zusammen. Das Atomkraftwerk Barakah (Grundsteinlegung: 2011) mit einer Bruttoleistung von 5,6 GW (4 Blöcke a 1400 MW vom Typ APR-1400, Korea) lieferte der koreanische Hersteller von Atomkraftwerken KHNP (Korea Hydro & Nuclear Power), Tochter des koreanischen Staatskonzerns Korea Electric Power Corporation (Kepco).
© IWR, 2026
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