Kursrutsch nach Zahlen: Canadian Solar verfehlt Erwartungen – Schwacher Ausblick belastet – Aktie auf Talfahrt
Zwar ist der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um gut 4 Prozent auf 1,693?Mrd. USD gestiegen (Q2 2024: 1,635 Mrd. USD), fällt damit aber trotzdem niedriger aus als von den Analysten erwartet. Diese hatten mit einem Umsatz von 1,95 bis 1,99 Mrd. USD gerechnet.
Die Bruttomarge kletterte auf starke 29,8?%, was wiederum deutlich über der Guidance von 23?% bis 25?% liegt. Verantwortlich dafür sind aber auch Einmaleffekte wie ein einmaliger Gewinnaufschub durch Leasingtransaktionen („sales?type leasing“). Unterm Strich erzielte Canadian Solar in Q2 2025 einen Gewinn von 7,20?Mio.?USD, nach 3,82 Mio. USD ein Jahr zuvor. Pro Aktie verbleibt dennoch ein Verlust von –0,08?USD. Bereinigt um Einmaleffekte wie Leasingbuchungen und bilanzielle Aufholungen im Zusammenhang mit US-Antidumpingregeln errechnet sich sogar ein bereinigter Verlust von –0,53 US-Dollar je Aktie – ein erheblicher Rückgang gegenüber den Vorjahreswerten. Im Vorjahresquartal war noch ein Gewinn von 0,02?USD je Aktie erreicht worden
Auch mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf trübt sich das Bild weiter ein. Für das dritte Quartal rechnet der Solarkonzern mit einer deutlich schwächeren Geschäftsentwicklung. Erwartet werden nur noch Umsätze zwischen 1,3 und 1,5 Mrd. USD sowie eine Bruttomarge von 14 bis 16 Prozent. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde von zuvor 6,1 bis 7,1 Mrd. USD auf 5,6 bis 6,3 Mrd. USD gesenkt. Auch die Menge der erwarteten Modulauslieferungen wurde von Canadian Solar mit 25 bis 27 GW nach unten korrigiert (vorher 25 bis 30 GW).
Die Anleger schicken die Canadian Solar-Aktie gestern gen Süden. Am Ende des Handelstages steht die Aktie mit einem Verlust von 19,8 Prozent bei einem Kurs von 8,80 Euro (Schlusskurs, 21.08.2025, Börse Stuttgart). Marktteilnehmer zeigten sich insbesondere über die schwache Ergebnisentwicklung und den gesenkten Ausblick beunruhigt. Analysten sehen anhaltenden Preis- und Margendruck, geopolitische Risiken sowie eine Normalisierung der Nachfrage nach dem starken ersten Halbjahr als wesentliche Belastungsfaktoren.
© IWR, 2026
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