Nutzen statt Abregeln: 50Hertz und Stadtwerke Halle setzen Power-to-Heat-Projekt um
Berlin / Halle (Saale) - Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz und die EVH GmbH (EVH), ein Unternehmen der Stadtwerke Halle-Gruppe, werden gemeinsam eine Power-to-Heat-Anlage (PtH) mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW) errichten.
PtH-Anlagen sind große Elektrodenheizkessel, die wie ein Tauchsieder im XXL-Format funktionieren. Dabei wird elektrische Energie in Wärmeenergie umgewandelt. Die PtH-Anlage soll zum Jahresende 2023 in Betrieb gehen.
Durch die Kooperation zwischen 50Hertz und der EVH soll ein Teil von überschüssigem Windstrom, der bei Starkwindphasen im Nordosten Deutschlands produziert und dann abgeregelt wird, in Zukunft effizient für die Wärmeversorgung der Stadt Halle (Saale) genutzt werden.
Voraussetzung für die Kooperation ist eine Änderung im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Eine Einschränkung, nach der die Finanzierung solcher Anlagen nur in küstennahen Regionen möglich war, wurde abgeschafft. Daher können Anlagen wie jetzt in Halle auch in südlicher gelegenen Regionen realisiert werden.
Die Investitionskosten in Höhe von bis zu 15 Mio. Euro übernimmt 50Hertz. Zwischen beiden Unternehmen wurde ein entsprechender Redispatch-Vertrag abgeschlossen.
"Unsere 50Hertz-Systemführung in Neuenhagen bei Berlin kann die PtH-Anlage zukünftig über die Leitstelle der EV Halle einsetzen, dadurch mehr Erneuerbare Energien in das Energiesystem integrieren und zugleich Engpässe im Stromnetz entschärfen. Die Region Halle im südlichen Sachsen-Anhalt bietet dafür gute Voraussetzungen, weil es hier ein hohes Aufkommen an Windstrom gibt“, so Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb von 50Hertz über das Projekt.
Halle ist das bisher siebte PtH-Projekt von 50Hertz, die Gesamtleistung aller unter Vertrag genommenen PtH-Anlagen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und jetzt Sachsen-Anhalt beträgt über 180 MW.
© IWR, 2026
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