Sektorkopplung: Wien bekommt weitere Power-to-Heat-Anlage
Die hochmoderne Anlage wird aus zwei Durchlauferhitzern mit einer Leistung von jeweils 5 Megawatt bestehen, die unabhängig voneinander betrieben werden können. Wenn im Stromnetz ein Überangebot an Ökostrom besteht, erfolgt künftig ein Abruf über den Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG). Die Anlage wird innerhalb weniger Minuten aktiviert, nimmt die überschüssige Energie auf und wandelt sie in heißes Wasser mit einer Temperatur von rund 155 Grad Celsius um. Das heiße Wasser wird in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist und kann so direkt und effizient in den umliegenden Haushalten genutzt werden.
Damit sorgt die Anlage nicht nur dafür, dass die Energie aus überschüssigem Ökostrom vollständig genutzt wird und der Anteil an erneuerbarer Wärme steigt, sondern trägt auch zur Stabilisierung des Stromnetzes bei. Die Anlage soll im Frühjahr 2022 in Betrieb genommen werden. Um für die Power-to-Heat-Anlage Platz zu schaffen, wurden im vergangenen Sommer zwei alte Öltanks am Standort Spittelau abgebaut. Die Power-to-Heat-Anlage Spittelau ist Teil der Wien Energie-Klimaoffensive. Die Möglichkeit eines nahezu verlustfreien Energietransfers zwischen dem Strom- und dem Wärmesektor ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt. 2017 hat Wien Energie bereits eine ähnliche Anlage in der Leopoldau in Betrieb genommen.
"Damit die Energiewende gelingt, müssen die Sektoren Strom und Wärme intelligent vernetzt werden. Mit der neuen Anlage von Wien Energie kommt Wien diesem Ziel ein weiteres Stück näher", so Peter Hanke, Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke.
Seit 1992 ist die Müllverbrennungsanlage dank des ökologischen Engagements und der künstlerischen Praxis des bekannten Künstlers Friedensreich Hundertwasser ein Wahrzeichen Wiens. Der Künstler sah den Fassadenbau der Spittelau als "Mahnmal für eine schönere, abfallfreie Zukunft". An diesen Gedanken passt Wien Energie in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hundertwasser auch die Architektur der neuen Power-to-Heat-Anlage an. Mit bunten Mosaiken und runden Formen soll die Anlage ein weiteres Zeichen für mehr Klimaschutz in der Stadt sein.
© IWR, 2026
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