Solarstrom für Netzstabilität: Größte alpine Solaranlage der Schweiz liefert jetzt auch Regelenergie
Als Teil des Pilotprojekts PV4Balancing stellt die Anlage der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid Tertiärregelenergie zur Verfügung. Ziel des Projekts ist es, das bislang wenig genutzte Potenzial von Photovoltaikanlagen zur Netzregelung zu erschließen.
Weil die Stromproduktion von PV-Anlagen wetterabhängig ist, galt sie lange als schwer prognostizierbar – und damit als ungeeignet für den Einsatz im Regelenergiemarkt. Mit PV4Balancing soll nun demonstriert werden, dass Photovoltaikanlagen Teil der Lösung sein können, indem sie helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, wie sie durch die volatile Einspeisung von Wind- und Solarstrom entstehen können.
Die Muttsee-Anlage wird dafür ferngesteuert und kann auf Anweisung von Swissgrid ihre Einspeisung drosseln, wenn zu viel Strom im Netz vorhanden ist. Da einzelne PV-Anlagen nur eine geringe Leistung aufweisen, werden sie in einem „Pooling“ gebündelt und gemeinsam am Regelenergiemarkt vermarktet.
Pooling ermöglicht es, viele kleinere Anlagen wie Blockheizkraftwerke, Batteriespeicher oder flexible Verbraucher zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenzufassen. Diese gebündelte Leistung kann dann am Regelenergiemarkt angeboten und gezielt eingesetzt werden, um Schwankungen im Stromnetz auszugleichen. So können auch kleinere Anlagen einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität leisten und zusätzliche Erlöse erzielen.
AlpinSolar ist ein Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Energieunternehmen Axpo und IWB. Der Lebensmittelkonzern Denner ist als langfristiger Stromabnehmer beteiligt.
Regelenergie ist notwendig, um die Netzfrequenz stabil zu halten. Es wird zwischen Primär-, Sekundär- und Tertiärregelenergie unterschieden: Bei Schwankungen wird automatisch innerhalb von Sekundenbruchteilen Primärregelenergie eingesetzt, nach wenigen Sekunden Sekundärenergie. Besteht die Schwankung weiterhin, wird nach 15 Minuten manuell Tertiärregelenergie aktiviert. Swissgrid setzt dabei zunehmend auf flexible Quellen wie virtuelle Kraftwerke. Der Flexpool der Axpo-Tochter CKW umfasst inzwischen über 1.700 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1.400 MW.
© IWR, 2026
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