Wasserstoff-Hochlauf: Habeck stellt Pläne für H2-Kernnetz mit 9.700 Kilometern Länge vor
Habeck betonte im Rahmen der Pressekonferenz die Bedeutung des Wasserstoff-Kernnetzes als zentralem Element der Wasserstoffwirtschaft, da es die physikalischen Verbindungsmöglichkeiten für Importe, die Herstellung und die Abnahme von Wasserstoff schafft. Das Kernnetz stellt die erste Stufe dar, vergleichbar dem deutschen Autobahnnetz, ist aber nicht das abschließende Netz für den Wasserstofftransport. Die anstehende Planung des Verteilnetzes erfolgt auf der zweiten Stufe und soll im nächsten Schritt angegangen werden, so Habeck.
Für die Erarbeitung des Kernnetzes wurden die für Europa relevanten IPCEI-Projekte, die großen Abnahmezentren der Industrie, die Reallabore, geplante Wasserstoffspeicher sowie die wahrscheinlichen Standorte wasserstoffgeführter Kraftwerke sowie die Grenzübergänge mit anderen Regionen in Europa berücksichtigt. Insgesamt hat das Kernnetz derzeit eine Länge von 9.700 km und zieht sich durch alle Bundesländer entlang der großen Einspeise- und Ausspeiseräume.
Das Wasserstoff-Kernnetz ist dimensioniert auf eine Ausspeisung von 270 TWh pro Jahr. Laut Habeck wird für das Jahr 2030 mit einem Bedarf von 95 bis 130 TWh gerechnet, d.h., dass das Kernnetz quasi als Planung für die Zukunft größer dimensioniert ist, als der Bedarf im Jahr 2030. Alle zwei Jahre ist zudem eine Evaluierung vorgesehen, um den Bedarf für evtl. Nachbesserungen am Kernnetz zu ermitteln.
Deutschland kann in der Endausbaustufe laut Habeck 30 bis 50 Prozent seines Wasserstoffbedarfs selbst produzieren, d.h., dass 50 bis 70 Prozent importiert werden müssen, entweder über Schiffstransporte in Häfen, die an das Kernnetz angebunden sind oder über Pipeline-Transporte über die Nachbarländer wie die Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich bis hin zu Österreich, Italien oder Polen. Insgesamt werde die Importabhängigkeit deutlich verringert, so Habeck.
FNB-Vorstand Thomas Gößmann hob in der Pressekonferenz hervor, dass das Kernnetz zu ca. 60 Prozent aus umgestellten Bestandsleitungen bestehen wird und auf der vorhandenen Infrastruktur aufsetzt. Gößmann beziffert die Investitionskosten für das Wasserstoff-Kernnetz auf ca. 19,8 Mrd. Euro, was in etwa einem Zehntel der Kosten für den Ausbau der Stromnetze entspreche.
Grundsätzlich ist es vorgesehen, den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes privatwirtschaftlich zu finanzieren. Habeck verwies aber auf die geplante Einrichtung eines sog. Amortisationskontos. Die Investitionskosten werden in den Jahren 2025 bis 2030 auflaufen und müssten mit einem Energieträger eingespielt werden, der sich entwickelt. Da die großen Wasserstoffmengen erst in den 2030 Jahren zu erwarten sind, sollen die Netzentgelte zunächst gedeckelt werden und die Kosten über das Amortisationskonto abgefedert werden. Mit zunehmenden Wasserstoffmengen sei davon auszugehen, dass sich die Last verschiebe. Im Jahr 2055 soll das Konto spätestens ausgeglichen sein. Sollten sich die Wasserstoffmengen allerdings nicht einstellen oder etwas Anderes passieren gegenüber den Planungen der Netzbetreiber, habe der Staat eine Haftungsübernahme ausgesprochen, so Habeck. Er rechne aber damit, dass sich die Wasserstoffmengen schneller einstellen werden als bislang geplant.
© IWR, 2026
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