Erste Gigawatt-Factory der LEAG wird Realität: Baustart für Deutschlands größtes Batteriespeicherprojekt
Bundesweit beschleunigt sich der Ausbau von Batteriespeichern deutlich: Nach einer Auswertung des Marktstammdatenregisters der Bundesnetzagentur durch das IWR wurden in den ersten acht Monaten 2026 bereits rund 4.018 Megawatt neue Speicherleistung mit einer Speicherkapazität von 8.086 MWh installiert. Das ist bezogen auf die Leistung bereits mehr als im gesamten Jahr 2025.
17 Windturbinen bei Forst, 230.000 PV-Module in Bohrau: LEAG nimmt erste Erzeugungsanlagen ans Netz
Auf rekultivierten Bergbaufolgeflächen des Tagebaus Jänschwalde bei der Stadt Forst im Landkreis Spree-Neiße hat die LEAG Renewables GmbH den Windpark Forst-Briesnig 2 mit 17 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 105 Megawatt in Betrieb genommen. Rund zwei Kilometer vom Windpark entfernt ist auch der erste Bauabschnitt des Energieparks Bohrau mit einer Leistung von über 130 MWp ans Netz gegangen. Das aus etwa 230.000 Photovoltaikmodulen bestehende Projekt, das auf einer Fläche von rund 130 Hektar realisiert wurde, soll nach LEAG-Angaben jährlich rund 130 Gigawattstunden Strom liefern. Fünf Kilometer nördlich, am Kraftwerksstandort Jänschwalde, hat parallel zu den Inbetriebnahmen der Bau der GigaBattery Jänschwalde 1000 begonnen, die nach Angaben der LEAG aktuell das größte Batteriespeicherprojekt Deutschlands ist.
GigaBattery Jänschwalde 1000: 1.000 Megawatt und 4.000 Megawattstunden ab 2028
Der Großspeicher soll über eine Leistung von 1.000 Megawatt und eine Kapazität von 4.000 Megawattstunden verfügen, die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. Damit würde die Anlage die derzeit größten aktiven Batteriespeicher Deutschlands nach IWR-Auswertung deutlich übertreffen: Der leistungsstärkste dort erfasste aktive Speicher (RWE Generation SE, Hamm) kommt auf 140 Megawatt, der kapazitätsstärkste (Battery Park Metelen) auf 231 Megawattstunden. Auch im eigenen Portfolio markiert das Projekt einen Sprung: Die LEAG betreibt in Spremberg bereits seit 2020 einen Speicher mit 66 Megawatt und 52,6 Megawattstunden – die GigaBattery Jänschwalde 1000 wird damit über die rund 15-fache Leistung verfügen. LEAG-CEO Adi Roesch: "Die nächste Phase der Energiewende ist eine Systemaufgabe – große Mengen wetterabhängiger Stromerzeugung müssen mit Speichern, Netzen, flexiblen Verbrauchern und steuerbaren Kraftwerken vernetzt werden. Mit der Gigawatt-Factory demonstrieren wir dieses System erstmals im Gigawattmaßstab."
Über eine Milliarde Euro investiert: LEAG schafft Fachkräfte-Perspektiven in der Lausitz
Nach Unternehmensangaben wurden bislang über eine Milliarde Euro in die verschiedenen Projekte der Gigawatt-Factory investiert. Wind- und Solarpark bringen den Standortkommunen zudem eine jährliche Kommunalbeteiligung von rund 1,2 Millionen Euro. Für den weiteren Ausbau verweist das Unternehmen auf die Erfahrung von mehr als 200 Ingenieuren, Technikern und Facharbeitern in der Region sowie auf großflächige Bergbaufolgeflächen mit bestehenden Netzanschlüssen. Dominique Guillou, CEO der LEAG Renewables: "Mitten in der Lausitz entsteht mit unserer Gigawatt-Factory ein Modell für die deutsche Energiewende."
Brandenburgs Ministerpräsident Woidke: Lausitz soll nach Kohleausstieg Energieregion bleiben
Die Inbetriebnahmen von Wind- und Solarpark und der Spatenstich für den 4-Stunden-Großspeicher fanden unter Anwesenheit von Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sowie Vertretern aus Politik, Kommunen und Wirtschaft statt. "Die Gigawatt-Factory zeigt, wie aus einer Energieregion der Vergangenheit ein Vorreiter der Zukunft werden kann. Unsere Energieversorgung wird dezentraler, sauberer, unabhängiger, sicherer und dadurch auch erschwinglicher", sagte Woidke.
Und der Ausbau der Gigawatt-Factory geht bereits weiter: Für einen zweiten Bauabschnitt des Energieparks Bohrau hat die LEAG Renewables einen Bauantrag für bis zu 120 Megawatt eingereicht, weitere Windprojekte sind nach Angaben des Energiekonzerns unter anderem im Umfeld des Cottbuser Ostsees und in der Bergbaufolgelandschaft Jänschwalde vorgesehen.
© IWR, 2026
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