Deutschland steuert nach: Zusätzliche Löschung von CO2-Zertifikaten sichert positive Klimaeffekte des Kohleausstiegs ab
Hintergrund der Maßnahme ist die Stilllegung der Kohleblöcke Neurath A und Frechen im Jahr 2022, die im Folgejahr die Einsparung von rund 890.000 Tonnen CO2-Emissionen ermöglichte. Zwar entzieht die im Emissionshandelssystem verankerte Marktstabilitätsreserve (MSR) als zentrales Steuerungsinstrument bereits einen großen Teil der nicht mehr benötigten Zertifikate automatisch dem Markt, doch verbleibende Überschüsse könnten andernorts genutzt und der Klimaeffekt damit verwässert werden – was zum sogenannten Wasserbetteffekt führen kann. Frei werdende Zertifikate könnten dann in anderen EU-Mitgliedstaaten sowie in den weiteren am Emissionshandelssystem beteiligten Ländern (Island, Norwegen, Liechtenstein) für höhere CO2-Emissionen verwendet werden.
Um dies zu verhindern, ergänzt Deutschland den europäischen Mechanismus durch eine nationalen Löschung. Grundlage für das Löschungsvolumen von 514.000 Zertifikaten ist die EU-weite Erhebung zum Zertifikatebestand vom Mai 2025. Die Löschung wird laut Bundesumweltministerium von September bis Jahresende 2025 über eine Reduzierung der deutschen Auktionsmengen erfolgen.
Auch in den Folgejahren soll der nationale Löschungsmechanismus eine zentrale Rolle bei der Absicherung der Emissionsminderungen durch den Kohleausstieg spielen.
Die nächsten Schritte: Deutschlands vorläufige Auktionsmenge für das Jahr 2025 beträgt insgesamt 96.764.500 Zertifikate. Im Juli veröffentlicht die European Energy Exchange – als deutsche Auktionsplattform im Auftrag der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt – voraussichtlich den aktualisierten Auktionskalender für den Zeitraum September bis Dezember. Neben den regulären Kürzungen der Auktionsmengen durch die MSR wird dann auch das nationale Löschungsvolumen von den vorläufigen deutschen Auktionsmengen abgezogen.
© IWR, 2026
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