Riesiges Interesse: Hamburg baut Wasserstoff-Gasnetz bis 2030 kräftig aus
Unter den großen Unternehmen sind etwa der Multimetall-Anbieter Aurubis und der Stahlhersteller ArcelorMittal. Dazu kommen weitere Partner aus dem Wasserstoff-Verbund Hamburg. Akteure aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein möchten zudem Anschluss an das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN) erhalten, um grünen Wasserstoff über Fernleitungen und einen Transportschiffsanleger ins Netz einzuspeisen.
Eingebunden werden in Hamburg Anlagen wie ein Groß-Elektrolyseur, Tankstellen für mit Wasserstoff betriebene Schiffe und Fahrzeuge sowie Industrieanwendungen. Sie legen die Basis für Hamburgs Wasserstoffwirtschaft. Für das Strukturkonzept bedeutet das eine Reihe von Erweiterungen: so werden Wasserstoff-Einspeiseanlagen an den Standorten Moorburg mit dem riesigen 100 MW-Elektrolyseur sowie im Hafen errichtet und bereits früh in die Planungsphase mit eingebunden.
Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie: „Hamburgs Industrie zeigt großes Interesse an einer klimaschonenden Produktion und will das grüne Gas einsetzen. Damit ziehen wir hier an einem Strang, um Hamburgs Klimaziele zügig zu erreichen – mit einer volkswirtschaftlich sinnvollen und ökologisch klimaschonenden Technologie. Das Netz schafft eine Basis, um in Hamburg Arbeitsplätze zu sichern und eine zügige Dekarbonisierung der Produktionsprozesse der Industrie einzuleiten.“
Die Gasnetz Hamburg GmbH bewirbt sich um eine europäische Förderung im Rahmen des IPCEI-Programms (Important Projects of Common European Interest). Dabei arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit acht weiteren Verbundpartnern an einem Projektantrag. Der eigens dafür initiierte „Wasserstoff-Verbund Hamburg“ hatte im Februar 2021 eine umfassende Projektskizze beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht.
Durch die Substitution der Erdgas-Energiemenge von jährlich 6,4 Terawattstunden (6,4 Milliarden Kilowattstunden) mit grünem Wasserstoff sinkt Hamburgs gesamter CO2-Ausstoß nach Angaben von Gasnetz Hamburg potenziell um insgesamt 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr.
© IWR, 2026
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