Solarindustrie in Europa: EU will europäische PV-Industrie mit neuer Solar-Charta unterstützen
Brüssel, Belgien - Am Rande des informellen Treffens der für Energiepolitik zuständigen Ministerinnen und Minister hat die Europäische Kommission mit 23 EU-Staaten und Vertretern der europäischen Photovoltaik-Industrie die EU-Solarcharta unterzeichnet. Die Charta soll die Produktion von Solarmodulen in Europa unterstützen.
Die Unterzeichner der Erklärung verpflichten sich, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen PV-Fertigungsindustrie zu unterstützen und die Schaffung eines Marktes für hochwertige Produkte zu fördern. Dazu gehören die Umsetzung neuer EU-Bestimmungen für Auktionen für erneuerbare Energien und das öffentliche Beschaffungswesen, die darauf abzielen, hohe Nachhaltigkeits-, Innovations- und Cybersicherheitsstandards zu gewährleisten. Zudem soll der Zugang zu verfügbaren EU-Mitteln verbessert werden. Ein Jahr nach der Unterzeichnung der Charta wird die Kommission die Umsetzung der eingegangenen Verpflichtungen überprüfen.
„Die Photovoltaikbranche ist der Schlüssel zum Erreichen unserer Energie-, Klima- und Wettbewerbsziele. Wir müssen dafür sorgen, dass die Solarindustrie für Europas zukünftigen, auf erneuerbare Energien ausgerichteten Energiemix stark bleibt“, kommentiert EU-Energiekommissarin Kadri Simson die Unterzeichnung der Solarcharta.
"Aufbauend auf der EU-Solarstrategie 2022 unterstreicht die EU-Solarcharta die Tatsache, dass die Photovoltaik heute eine etablierte Energietechnologie ist. Europa und die ganze Welt setzen auf die Solarenergie, um uns aus der Klima- und Energiekrise in eine neue Ära des grünen Wohlstands und der Sicherheit zu führen“, so die Vorstandsvorsitzende des europäischen Industrieverbandes Solar Power Europe Walburga Hemetsberger anlässlich der Unterzeichnung.
Die europäischen Regierungen hätten den Herstellern zwar ein hochrangiges Versprechen gegeben und ihre entscheidende Rolle in den strategischen Lieferketten von heute und morgen anerkannt. Dennoch dränge die Branche weiterhin auf schnelles Handeln und konkrete Maßnahmen auf nationaler und EU-Ebene zur Unterstützung der Hersteller. „Das bedeutet, dass wir so schnell wie möglich Resilienzkriterien im öffentlichen Beschaffungswesen und bei Auktionen einführen, Subventionen freisetzen und spezielle EU-Finanzierungen für die Solarbranche einrichten müssen“, so Hemetsberger weiter.
Angesichts der Krise der Hersteller und des zweistelligen Wachstums der Solarenergie, das durch Verzögerungen bei den Netzen und Genehmigungen bedroht ist, sei die EU-Solarcharta ein Kapitel in der Geschichte der europäischen Solarenergie. „Es ist wichtig, dass die Minister heute auch die Gelegenheit ergriffen haben, über die europäische Energieinfrastruktur und die Unterstützung der Flexibilität unseres Netzes zu sprechen. Wir freuen uns darauf, dass dieses Thema von den Ministern und Staatsoberhäuptern auf den kommenden Ratstagungen weiter behandelt wird“, fasst Hemetsberger zusammen.
© IWR, 2026
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17.04.2024



